Die Biodiversität ist in der Schweiz bedroht, wie zum Beispiel die immer länger werdenden Roten Listen zeigen. Der wissenschaftliche Bericht des Forums Biodiversität vom Januar 2026 macht einmal mehr deutlich, dass der Rückgang der Biodiversität in unserem Land weiter anhält. BirdLife Schweiz setzt sich daher für griffige Massnahmen zur Förderung der biologischen Vielfalt ein. Es ist zu einem grossen Teil der Arbeit von BirdLife Schweiz zu verdanken, dass der Bundesrat 2012 die "Strategie Biodiversität Schweiz" beschlossen hat. Die dazu gehörenden Aktionspläne I und II von 2017 und 2024 werden allerdings den grossen Herausforderungen bei Weitem nicht gerecht. Bereits 2017 hat BirdLife deshalb zusammen mit vielen anderen Akteuren einen „Aktionsplan Biodiversität aus Sicht der Zivilgesellschaft“ erarbeitet.
Ein zentraler Teil der Strategie Biodiversität Schweiz ist der Aufbau einer Ökologischen Infrastruktur. Sie soll nach dem Beschluss des Bundesrates aus bestehenden und neuen Schutz- und Vernetzungsgebieten aufgebaut sein. BirdLife Schweiz erwartet, dass es mit der Ökologischen Infrastruktur endlich vorwärts geht und widmet seine Hauptkampagne diesem wichtigen Thema.
Themen
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Projekt «Aufleben»
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Projekt «Naturjuwelen plus»
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BirdLife-Naturjuwelen
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Aktionsplan Biodiversität des Bundes
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Globales Rahmenabkommen Biodiversität
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Strategie zur Rettung der Vogelvielfalt
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Biodiversitätsinitiative 2024
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Weitere BirdLife-Projekte zum Thema
Weiterführende Informationen
Biodiversität = biologische Vielfalt = gesamte Vielfalt des Lebens. Die Biodiversität umfasst hauptsächlich drei Ebenen: Die genetische Vielfalt, die Artenvielfalt sowie die Vielfalt der Ökosysteme.
Ihr Wert besteht unter anderem in diesen Punkten:
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reiches Erbe aus 3-4 Mia. Jahren Geschichte
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Existenzrecht der gewachsenen Natur, der Arten, der Gene und der Ökosysteme
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Biodiversität tut gut: sie bringt Freude und Erholung
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Ernährung: 70'000 essbare Pflanzenarten bekannt, 7'000 Arten genutzt, 150 Arten gezüchtet (genetische Vielfalt!)
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Medizinische Versorgung: 118 der 150 wichtigsten Medikamente basieren auf natürlichen Wirkstoffen.
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Baumaterialien
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Energieträger
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Schlüsselarten: Bestäubung, Schädlingskontrolle, Abbau von organischem Material und Schadstoffen
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Ökosysteme halten die Stoffkreisläufe dieser Erde aufrecht: Kohlenstoff, Sauerstoff, Stickstoff, Phosphor, Calcium etc.
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Sie spielen im Wasserkreislauf eine wichtige Rolle und sorgen für sauberes Trinkwasser
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Ökosysteme prägen das Klima lokal und global
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Die genetische Vielfalt ist Versicherung gegenüber Umweltveränderungen
Weltweit sind bisher Beschreibungen von total 1'750'000 Arten (Pflanzen, Tieren und Mikroorganismen) bekannt. Es wird aber geschätzt, dass 4 bis 20 Millionen Arten existieren, alle noch nicht entdeckt!
In der Schweiz leben insgesamt etwa knapp 50'000 bekannte Arten von Pflanzen, Tieren und Pilzen. Es wird geschätzt, dass insgesamt 70'000 Arten in der Schweiz leben, vor allem bei den Insekten sind noch viele Arten nicht entdeckt.
Die Verluste an Biodiversität in den letzten Jahrzehnten sind dramatisch. Nur gerade 5% der ursprünglichen Trockenwiesen und -weiden und rund ein Zehntel der Moore und Auen sind noch erhalten. Pflanzen-, Tier- und Pilzarten, die auf solche Lebensräume angewiesen sind, haben es schwer. Insgesamt sind in der Schweiz fast die Hälfte der Lebensräume und mehr als ein Drittel der Arten bedroht.
Biodiversität geht dann verloren, wenn Lebensräume zerstört, zerschnitten oder in ihrer Qualität beeinträchtigt werden. Aktuell sind dafür sind insbesondere die folgenden Ursachen verantwortlich:
- Intensivierung der landwirtschaftlichen Nutzung
- Siedlungsentwicklung
- Verbauung von Gewässern und ihren Ufern, Entwässerungen
- Stoffeinträge (Nährstoffe, Pestizide, Mikroverunreinigungen)
- Ausbau der Erneuerbaren Energien an ungeeigneten Standorten
- Invasive Arten (Bsp. Körbchenmuschel)
- Freizeitaktivitäten bis in die hinterste «Wildnis»
- Klimawandel
Im Dezember 2022 verabschiedeten beinahe 200 Staaten, darunter auch die Schweiz, im Rahmen der Biodiversitätskonvention gemeinsam den «Kunming-Montreal-Zielrahmen für die Biodiversität» (KMGBF). Auch wenn viele Ziele zu wenig ambitioniert sind – insgesamt ist die Verabschiedung des KMGBF für die Biodiversität ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Die Staatengemeinschaft anerkennt damit noch deutlicher als bisher, dass sich die Welt in einer ernsten Biodiversitätskrise befindet. Jetzt müssen rasch und entschieden die entsprechenden Massnahmen ergriffen werden, damit wir 2030 nicht mit leeren Händen dastehen.
Nur eine konsequente und wirksame Umsetzung der internationalen Biodiversitätsziele auf nationaler Ebene hilft unserer Biodiversität tatsächlich und trägt dazu bei, unsere Lebensgrundlagen zu erhalten. Die Schweiz kann ihren Lebensgrundlagen und den künftigen Generationen kein weiteres verlorenes Jahrzehnt der Biodiversität zumuten. Bisher hat die Schweiz allerdings erst einen Teil der vereinbarten Ziele in ihre Strategien und Aktionspläne aufgenommen.
Im internationalen Vergleich fällt der zweite Aktionsplan Biodiversität stark ab: Er wurde 2025 als schlechtester von 22 untersuchten Plänen eingestuft. Die Schweiz bleibt sogar hinter Entwicklungsländern zurück – ein fatales Signal für den Erhalt der Biodiversität.
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