Die beiden Reservate (Fanel und Cudrefin) umfassen ca. 500 ha, davon 48% Wasser, 36% Wald, 8% Extensiv-Kulturland und 8% Schilf und Riedland. Das Gebiet beherbergt die grössten Brutkolonien von Wasservögeln in der Schweiz, insbesondere von Weisskopfmöwen, Lachmöwen und Flussseeschwalben. Im Herbst versammeln sich zur Nahrungssuche mehrere tausend Enten auf den offenen Wasserflächen. Viele bedrohte Arten brüten im Schilfröhricht, wie z.B. Zwergdommel, Bartmeise und Drosselrohrsänger. Mehr als 35 Limikolenarten wurden bis heute als Durchzügler festgestellt.
 


Chablais de Cudrefin

Das Schutzgebiet umfasst 413 ha, davon 63 % Wasser und Schilf, sowie 37% Riedland und Auenwald. Das Gebiet ist hauptsächlich ein Rastplatz für durchziehende Enten und Limikolen. Es ist auch ein wichtiger Überwinterungsort für seltene Vogelarten wie Merlin, Brachvogel und Singschwan. Mit der ausgedehnten Sandbank und dem Mosaik verschiedenster Lebensräume bildet das Schutzgebiet Cudrefin für eine Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten eine ideale Ergänzung zum Fanel.

Seit 2001 beweiden Schottische Hochlandrinder ein Teil der Riedflächen des Reservats Cudrefin. Mit der Beweidung soll der langsamen Verbuschung der Riedflächen entgegengewirkt werden, um bedrohten Tier- und Pflanzenarten den Lebensraum zu erhalten.

Geschichte
Unterschutzstellung im Jahre 1969 durch den Kanton Waadt. Der Verein "Nos Oiseaux" ist für die Unterhalts- und Pflegearbeiten zuständig. 1976 wurden die Schutzgebiete (Chablais de Cudrefin, Bas-Lac und Fanel) als erstes Ramsar-Objekt der Schweiz ausgeschieden (Abkommen über Feuchtgebiete von internationaler Bedeutung). Die Verwaltung des Naturschutzgebiets wurde von der Association Grande Cariçaie übernommen.

Beobachtungsmöglichkeiten
Eine öffentlich zugängliche Besucherplattform wurde im Frühling 2002 gebaut (Finanzierung durch BirdLife Schweiz und "Nos Oiseaux"). Diese ermöglicht den Blick auf die Landschaft und die Hochlandrinder. Von der Mole aus können die rastenden Vögel auf der Sandbank und auf den Fanel-Inseln beobachtet werden. 
 


Fanel

Geschichte
1967 wurde das Fanel mit Beschluss des Regierungsrates kantonales Naturschutzgebiet. Pflegearbeiten und freiwillige Naturschutzaufsicht durch Mitglieder der Berner Ala in Zusammenarbeit mit dem Naturschutzinspektorat. Das Reservat "du Bas-Lac" wurde 1976 offiziell durch den Kanton Neuenburg unter Schutz gestellt. Beide Reservate wurden 1976 als erstes Ramsar-Objekt der Schweiz ausgeschieden (Abkommen über Feuchtgebiete, insbesondere als Lebensraum für Wasser- und Watvögel, von internationaler Bedeutung, www.ramsar.org)

Zugang
Kantonsstrasse Ins-Cudrefin, Parkplatz am rechten Broyekanalufer, Schifffahrt Neuenburg-La Sauge-Murten von Mai-Oktober, Zuglinie Neuenburg-Bern, ab Ins Bahnhof Postauto oder Velomiete. Fussweg entlang des Broyekanals bis zur Besucherplattform (30 Min.)

Beobachtungsmöglichkeiten
Eine öffentlich zugängliche Besucherplattform wurde durch den Kanton Bern gebaut. Diese ermöglicht den Blick auf die Landschaft und die Inseln. Die beiden Beobachtungstürme (tour romande, Berner Turm) sind für die Mitglieder der Vereine "Nos Oiseaux" und "Berner Ala" reserviert.